Das Gedicht der Heidelberger Schloss - Narren

Wir sind der Fürsten Narrenschar,
ein neuer Haufen, hier, fürwahr.
Von hoch droben, aus dem Schloss,
zieht herab ein fröhlich Tross.
Mit Gauklern, Tänzern, Musikanten
wollen wir der Faßnacht Spaß erhalten.

Ob in der Stadt, ob auf dem Land,
wir reichen jedem hier die Hand.
Gemeinsam lasst uns dafür streiten,
den Menschen hier nur Freud bereiten.

Ob Winter oder Sommerzeit,
sind wir für jeden Jux bereit.
Und ist sie da, der Jahreszeiten Fünfte,
so feiern wir, wie alle Zünfte.
Tag aus, Tag ein, ein frohes Fest,
wobei der Spaß uns nie verlässt.

Und sind auch rosig nicht die Zeiten,
so wollen wir nur Freud bereiten.
Ob auf der Straß, ob in den Hallen,
das, was wir tun, soll Euch gefallen.
Wein, Weib und Gesang, ihr Leut,
hat ein Herz schon je erfreut.

Und ist auch klein die Zahl der Gulden,
in user aller Portmonee,
wir Euch niemals etwas schulden,
dafür ist das feiern viel zu schee.

Für wenig Geld wir etwas bieten,
was die Stimmung richtig hebt,
"Geiz ist Geil" wir uns verbieten,
schließlich man nur einmal lebt.

Ob jung, ob alt, ob arm, ob reich,
bei uns sind alle Menschen gleich.
Jeder bekommt hier Seitenhiebe,
kein Narr sieht hier die Unterschiede.

Egal welch Farb des Fürsten Gwand,
ob schwarz, ob rot beherrscht das Land.
Niemals wollen wir uns grämen,
uns seiner üblen Taten schämen.
Der Narr geht mit ihm ins Gericht,
hält ihm den Spiegel vors Gesicht.
Dass er erkennt sein böses Tun,
und läßt sein Volk in Frieden ruhn.

Alles im Leben hat seine Zeit,
Trauer gestern, Freude heut.
An guten wie an schlechten Tagen,
ein Narr besteht in allen Lagen.
Nie bleibt ihm Zeit, sich auszuruhn,
will er nur immer Gutes tun.

Nur er allein ist nicht der Held,
der die Welt zusammenhält.
Viele müssen dafür schaffen,
endlich handeln, nicht nur gaffen.
Drum lasst es uns gemeinsam wagen,
dem Verdruss den Kampf ansagen.
Dass Fröhlichkeit regiert das Leben,
danach lasst uns Alle streben.

"Hajo"